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Das Konzept der Analytischen Intensivbehandlung

Die Analytische Intensivbehandlung ist aus umfangreichen Arbeiten auf dem Gebiet der Wirkungsforschung (Alltag, Literatur, Film), insbesondere aber aus der Analyse der Wirkung von bildender Kunst (Salber 1977) hervorgegangen. Sie macht es sich zur Aufgabe, die seelischen Störungen in einem – gegenüber z. B. der Psychoanalyse – intensivierten Behandlungsgang in Entwicklung zu bringen. Dabei lässt sie sich von dem Konzept der bildhaften Konstruktion des Seelischen leiten, demgemäß sich das Seelenleben in Bildern selbst zu behandeln sucht. (Salber 1983) Diese Selbstbehandlung neigt unter der Belastung von Entwicklungsaufgaben und unverfügbaren Einwirkungen dazu, sich in Lebensbildern einzugrenzen, die überschaubar erscheinen und aufwendige und schmerzhafte Wendungen der Entwicklung festzubannen versprechen. Damit teilt das Seelische die Lebenswirklichkeit auf in ein vertrautes Hauptbild und ein eher bedrohliches Gegenbild, dessen Realisierung zu verhindern ist. Die Analytische Intensivbehandlung strebt nun an, in einem überschaubaren Zeitraum (25 bis 80 wöchentlich stattfindende Sitzungen) diese unbewusste Festlegung auf ein Hauptbild bewusst zu machen und damit Voraussetzungen zu schaffen, dass es zu einer Aussöhnung mit den im Gegenbild verdichteten Entwicklungsanforderungen kommen kann.

Die Analytische Intensivbehandlung versteht sich als Strukturbehandlung und dieses Selbstverständnis ist die Grundlage dafür, dass eine Intensivierung der Behandlung hergestellt werden kann. Grundlage dafür ist z. B. die Auffassung, dass es keine tiefere Sinnbildung im menschlichen Leben gibt, als die Entwicklung von Werken, die im Übergang aus der gegebenen Wirklichkeit‚ das Ihre’ oder auch ‚ihr Bestes’ zu machen suchen. (Salber 1980) Seelische Störungen werden also als Werke gesehen, die sowohl Problem, verkehrte Lösungsversuche und Entwicklungschancen in sich tragen. Hiermit wird der Blick weg von einer langen Erforschung der Vergangenheit und hin auf die Analyse eines aktuell funktionierenden Ganzen gelenkt. Die Methode, in aufeinanderfolgenden Versionen von der Beschreibung zur Rekonstruktion eines Werkes zu kommen, erlaubt es von Strukturbehandlung zu sprechen. Die intensivierte Beschreibung fördert strukturelle Züge des Störungswerkes heraus und macht sie als aktuelle Wirklichkeit spürbar. Sie erlaubt es, in der Psychotherapie mit weniger Zeit auszukommen als die klassische Psychoanalyse. (Blothner 1986)

Das Bemühen um die Verkürzung von Behandlungsprozessen darf nicht mit dem allgemeinen Trend der zeitgenössischen Kultur verwechselt werden, die Lebensprozesse immer mehr zu beschleunigen und schmerzfreier zu gestalten. Als Strukturbehandlung stellt sich die Analytische Intensivbehandlung den unvermeidbaren Konflikten, Aufgaben und Paradoxien des Lebens in der gegebenen Wirklichkeit. Mit ihrem auf die Analyse von vollständigen Lebensbildern zentrierten Ansatz setzt sie tief greifende Veränderungen in Gang, die das unvermeidbare Leiden in einer immer komplexeren Welt in ein beweglicheres Leiden-Können verwandelt. Die Kunst (Bilder, Märchen, Filme) sind ihr hierfür ein methodischer Bezugspunkt.

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